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Sulzdorf an der Lederhecke

 


Kirche Sulzdorf an der Lederhecke
  

Um 790 erfolgt die Ersterwähnung Sulzdorfs (das bedeutet Dorf an der Salzquelle oder am Morast), das zur Unterscheidung zu anderen Orten gleichen Namens den Beinamen „Lederhecke“ (von Lehmwasser, Lehmschlamm) trägt.

 

1179 ist ein Poppo von Sulzdorf Dorfherr. Es folgen die Stein vom Altenstein.

 


 

1182 wird die mittelalterliche Burg Brennhausen, fernab der Verkehrsströme bei Sulzdorf gelegen, erstmals urkundlich genannt. Sie befindet sich seit über 300 Jahren im Besitz der Familie von Bibra.

 

1470 wird ein dem hl. Leonhard geweihtes Gotteshaus in der Gemeinde erwähnt.

 

1602 und in den folgenden Jahren kommen die Truchseß von Wetzhausen in den Besitz des mittlerweile fast vollständig protestantisch gewordenen Sulzdorf.

 

1629 fallen 150 fürstbischöfliche Musketiere in die Gemeinde ein, um die Gegenreformation gewaltsam durchzuführen. Die Sulzdorfer bleiben standhaft.

 

1688 wird eine neue Kirche in Sulzdorf errichtet, der Turm jedoch stammt noch aus dem Spätmittelalter.

 

1695 kommt der größte Teil des Dorfes in den Lehensbesitz der Freiherren von Guttenberg. Daneben haben das Hochstift Würzburg in Sulzdorf sechs und Sachsen-Hildburghausen drei Untertanen.

 

1696 liegt der Reuthsee, der in unseren Tagen als einer der größten natürlichen Landschaftsseen Unterfrankens gilt, trocken. Die Guttenbergs bestimmen, daß er  mit Gerste oder Hafer angebaut wird.

 

1831 befreien sich die Sulzdorfer Bauern mit der Zahlung von 27.000 Gulden von der Zehntpflicht.

 

1833 wird ein eigener jüdischer Begräbnisplatz in der Nähe des Dorfes angelegt. Die 1922 aufgelöste jüdische Gemeinde Sulzdorf zählt damals 134 Mitglieder.

 

1965 weist Sulzdorf dank 15 Arbeitsstätten des produzierenden Gewerbes die höchste Realsteuerkraft im Kreis auf.

 

1971 schließt sich Schwanhausen der Gemeinde Sulzdorf an, 1973 Obereßfeld.  1978 folgen Sternberg, Zimmerau und Serrfeld.

 

1971 wird mit dem Bau einer Ferienhaussiedlung am Reuthsee begonnen.

 

1992 wird ein Gemeindezentrum eingeweiht, das 1,8 Mio. DM kostet.

 

 

Obereßfeld

 

 

799 wird Obereßfeld (das bedeutet Siedlung bei dem Feld an einem Eichenwald) in einer Urkunde der Äbtissin Emhilt von Milz erstmals genannt.

 

802 wird Mitteleßfeld erwähnt, das um 1360 wüst wird. Es soll sich anstelle der heute zwischen Ober- und Untereßfeld liegenden Kirche befunden haben.

 

1317 ist Obereßfeld im Besitz der Grafen von Henneberg. Im gleichen Jahr wird die nahe Heckenmühle genannt. In ihrer Nähe liegt einer der beiden Quellflüsse der Fränkischen Saale, das „Salzloch“.

 

1345 tauchen erstmals die Truchseß von Wetzhausen als Lehensträger in der Gemeinde auf.

 

Um 1550 wird unter Hans Marschalk von Ostheim ein Schloß errichtet, das heute als Fremdenpension dient.

 

1608 wird unter Fürstbischof Julius Echter in der Ortsmitte ein stattliches Rathaus erstellt.

 

1770 stiften Johann Georg Warmuth und weitere Obereßfelder Bürger eine eigene Pfarrei. 1777 folgt der Neubau einer dem hl. Nikolaus geweihten Kirche, deren Turmuntergeschoß aus dem 14. Jahrhundert stammt. Auch in dieser Kirche wirkt Johann Peter Herrlein.

 

1846 endet ein jahrhundertelanger Streit mit der Nachbargemeinde Sulzdorf um die Waldabteilung Rotreisig mit einem Vergleich.

 

1933 wird der Grundstein einer „Kinderbewahranstalt“ gelegt.

 

1984 wird auf Initiative des „Dorfvereins“ die traditionsreiche Obereßfelder Tracht wieder eingeführt.

 

 

Sternberg im Grabfeld


 

1199 wird unter Heinrich von Sternberg aus dem Henneberger Geschlecht eine Burg am Fuß des „Sterinbercs“ („stero“ kommt aus dem althochdeutschern und bedeutet Widderberg) errichtet. Der Name des Bergs geht zunächst auf die Burg, dann auf die an deren Fuß sich entwickelnde Siedlung über.

 

1274 - 1287 regiert der berühmteste des bereits 1297 ausgestorbenen hennebergischen Grafengeschlechts, Bischof Berthold von Sternberg, das Würzburger Bistum.

 

1297 wird die Burg durch Beamte (Ministeriale) verwaltet, die sich nach ihrem Sitz "von Sternberg" nennen.

 

Um 1450 zählt die Burg Sternberg zu den größten Ganerbenburgen im Hochstift Würzburg. Die Truchseß von Wetzhausen bringen sich in jener Zeit mehr und mehr in den Besitz von Burganteilen und sind Mitte des 16. Jahrhunderts alleiniger Besitzer. Das Rittergeschlecht derer von Sternberg, nun in Besitz der Burg Callenberg bei Coburg, stirbt 1580 aus.

 

1632 wird im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges berichtet: "Von der Weimarischen Armee wurden Sternberg und Schwanhausen dermaßen ruiniert, daß es nicht zu schreiben auch noch kein Aufhören!" Dorfherr ist in jenen Jahren Philipp Albrecht Truchseß von Wetzhausen. Er wird von den Schweden als Amtmann in Mainberg eingesetzt und ist mitschuldig am 1631 erlittenen Märtyrertod des 1974 heilig gesprochenen Pfarrers von Altenmünster, Liborius Wagner.

 

1667/69 läßt Philipp Albrechts Sohn Wolff Dietrich anstelle der baufällig gewordenen Burg ein neues, prachtvolles Barockschloß in Sternberg errichten, das als eines der schönsten in Franken gilt. Die vier Türme symbolisieren die Jahreszeiten, 12 Kamine die Monate, 52 Türen die Wochen und 365 Fenster die Tage des Jahres.

 

1685 gründet der Schloßerbauer eine katholische Pfarrei und läßt im Burggraben eine Pfarrkirche errichten. Zuvor war Sternberg über einen längeren Zeitraum Sitz einer evangelischen Pfarrei.

 

1695 kaufen die Freiherren von Guttenberg den stattlichen Besitz in Sternberg und den Nachbargemeinden und behalten diesen bis 1838.

 

1846 verkauft der Coburger Herzog Ernst II. den Besitz im Grabfeld an den bayerischen Staat. Eine Mär ist, daß sich die berühmte Lola Montez, die Geliebte des bayer. Königs Ludwig I., im Sternberger Schloß nach ihrer Flucht aus München versteckt hält. 

 

1884 kommen Schloß und das einstmals „Hummelstatt“ genannte Gut nach mehrfachem Wechsel in den Besitz des Kitzinger Weinhändlers Oskar von Deuster, der das Schloß vor dem Verfall rettet.

 

1930 weilt Reichspräsident Paul von Hindenburg auf Einladung des Schloßherrn Reichsrat Friedrich von Deuster auf Schloß Sternberg, um die im Grabfeld stattfindenden Herbstmanöver der Reichswehr zu beobachten.

 

1933 wird Schloß Sternberg an E.L.A. Freytag zum Preis von 30.000 Mark verkauft. Freytag ist der Begründer der "Menschenfreundlichen Gesellschaft", deren Lebensgrundlage das Evangelium Christi ist.

 

1933 - 1945 wird im Schloß von den Nazis ein SA-Ausbildungslager, später ein Lager für Arbeitsmaiden eingerichtet. Als das Schloß 1947 der Gesellschaft zurückgegeben wird, ist es eine Ruine.

 

1997 wird im Rahmen des Kreisstraßenbaus von Obereßfeld nach Sternberg die bisher größte jungsteinzeitliche Siedlung im Landkreis Rhön-Grabfeld entdeckt - ein eindrucksvoller Beleg, daß unsere Heimat schon seit mindestens 6.000 Jahren besiedelt ist.

 

 

Zimmerau

 

 

1230 wird Zimmerau (das bedeutet Au bei dem Zimmerholz) in einer von Helmberch von Zimberowe ausgestellten Urkunde erstmals erwähnt.

 

1327 werden nach dem Aussterben des Rittergeschlechts von Zimmerau die Herren von Schollen, ein Zweig derer von Milz, in Zimmerau ansässig. In jenen Jahren gehört der Ort zum hennebergischen Amt Heldburg.

 

Um 1500 haben in Zimmerau neben den Schollen die Truchseß von Wetzhausen, Heßberg, Schaumberg und Zufraß Besitz.

 

1589 wird ein Kirchenneubau in Zimmerau durchgeführt. Die beiden Kirchenglocken von 1521 werden aus der alten Kapelle übernommen und rufen heute noch zum Gebet.

 

1616 wird ein „adtlich Rittergut“ in Zimmerau genannt, das 1829 unter den Freiherren von Guttnberg erneuert wird.

 

1618-1648 leidet das Dorf im Dreißigjährigen Krieg  außerordentlich und wird nahezu „werthlos“, so die Überlieferung.

 

1675 wird die evangelische Pfarrkirche kath. Filialkirche von Sternberg, nachdem einer der beiden Dorfherren, der Sternberger Schloßerbauer Wolff Dietrich Truchseß von Wetzhausen, nach seiner Heirat mit der Nichte des Würzburger Fürstbischofs, Rosina von Schönborn, zum alten Glauben zurückkehrt.  

 

1845 wird der langjährige Streit um das Waldgebiet Sellbach bei Zimmerau zwischen Bayern und Sachsen-Meiningen-Hildburghausen beigelegt. In dessen Verlauf kommt es 1810 fast zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

 

1900 wird von den evangelischen Gläubigen in Zimmerau und Sternberg eine evangelische Filialkirche nebst Schule in Zimmerau errichtet.

 

1966 wird auf dem Büchelberg der von den Zongengrenzgemeinden Zimmerau und Sternberg initiierte Aussichtsturm errichtet, der den Namen „Bayernturm“ erhält. Er wurde bisher von rund einer halben Million Besuchern bestiegen. 1972 folgt unterhalb des Turms die Errichtung eines Ferienhausgebiets.

 

Am 3. Oktober 1990 wird anläßlich der deutschen Wiedervereinigung an der Landesgrenze zwischen Zimmerau und Rieth eine Gedenkstätte übergeben. 

 

 

Serrfeld

 


 

1340 wird Serrfeld als „Seiherfelt“ (was soviel wie Sumpf- oder Riedgras bedeutet) erstmals urkundlich erwähnt. Laut einer Sage soll der Ort 1040 durch 28 mittellose Kreuzritter gegründet worden sein und selbst Kaiser Friedrich Barbarossa soll sich 1168 in den Mauern der Kirchenburg aufgehalten haben.

 

1433 erhält Serrfeld eine Dorfordnung - eine der ältesten in Unterfranken. Besitzer des Dorfes sind in jenen Jahren u.a. die Truchseß von Wetzhausen, das Spital in Neustadt/Saale und die von Herbilstadt. In der Dorfordnung  ist eine Kirche, „Unßer lieben Frau“ geweiht, erstmals erwähnt. Bis zur Reformation soll sie eine bedeutende Marien-Wallfahrtskirche gewesen sien. Älteste Bauteile stammen aus dem 10. Jahrhundert.

 

1528 wird in Serrfeld ein lutherischer Prädikant genannt. Zwar versuchen verschiedene Dorfherren in der Folgezeit die Serrfelder wieder für den alten Glauben zu gewinnen, doch diese lassen sich auch unter Druck nicht umstimmen. So hat Serrfeld heute das Novum aufzuweisen, daß es sich bei der zur Pfarrei Neuses gehördenden Kirche um eine katholische Kirche in einem evangelischen Dorf handelt.

 

1612 wird der Hochalatar, ein spätgotischer Flügelaltar, in einer Beschreibung genannt. Das wertvolle Kunstwerk wird 1996 von der Fa. Wald (Fladungen) soweit möglich im Originalzustand restauriert.

 

1820 wird das stattliche Bauerndorf, dessen Altort in unseren Tagen unter Denkmalschutz gestellt wird, der protestantischen Pfarrei Sulzdorf angegliedert, nachdem es bisher nach Birkenfeld oder Schweinshaupten pfarrte.

 

1906 scheitert der neuerliche Versuch eine eigene Pfarrei zu gründen an der sprichwörtlichen Sparsamkeit der wohlhabenden Serrfelder. 

 

1959 wird eine neue Schule mit Lehrerwohnhaus in Serrfeld errichtet.

 

1978 wird bei Ausgrabungen an der Kirchenburganlage in Serrfeld, die als eine der bedeutendsten in Rhön-Grabfeld gilt, festgestellt, daß an dieser Stelle bereits im 9./10. Jahrhundet eine Befestigungsanlage stand. Um 1880 werden große Teile der weiträumigen Serrfelder Kirchenburg eingelegt. Der verbleibende Rest wird 1982/83 renoviert.

 

 

Schwanhausen

 


 

1179 wird Schwanhausen in einer Schenkungsurkunde des Poppo von Sulzdorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname der bis zur Gemeindegebietsreform in Bayern mit 100 Einwohnern kleinsten Gemeinde des Kreises Königshofen bedeutet „Bei den Häusern des Svano“.

 

1450 wird in der Stiftungsurkunde für die Vikarie Sulzdorf ausdrücklich bestimmt, daß der geistliche Herr in der St. Veits-Kapelle in Schwanhausen Messe zu lesen hat.

 

1602 kommt der adelige Freihof in Schwanhausen von den Stein zum Altenstein an die Familie der Freiherren Truchseß von Wetzhausen.

 

1640 zieht die kaiserliche Armee unter Erzherzog Leopold plündernd und brandschatzend durch das Grabfeld. Schwanhausen wird heimgesucht. Die bis auf die Grundmauern zerstörte Veits-Kapelle wird nach Kriegsende nicht wieder aufgebaut. Die Sandsteine der Ruine werden 1688 beim Kirchenneubau in Sulzdorf verwendet. Einziges Überbleibsel ist die heute im Gemeindehaus befindliche Glocke.

 

Um 1700 ist Schwanhausen im Besitz der Freiherren von Guttenberg sowie des Herzogtums Sachsen-Hildburghausen.

 

1764 kaufte die Gemeinde Obereßfeld von der Sternberger Schloßherrschaft das Schwanhäuser Gut. 1817 wird es an Privat verkauft.

 

1796 siedeln sich sieben Familien aus Tambach bei Gotha in Schwanhausen und Umgebung an. Sie suchen die Nähe des „orthodox gläubigen“ Sulzdorfer Pfarrers Christoph Ortloph. Die streng lutherischen Gläubigen stimmen mit dem neuen Katechismus nicht überein und geben lieber ihre angestammte Heimat auf. Sie kommen vom Regen in die Traufe, sondern sich ab und kehren erst um 1850 wieder zu ihrer ev.-luth. Kirche zurück.

 

1911 wird ein Gemeindehaus errichtet.

 

1979 wird der Chef der Nürnberger Fa. Schwan & Stabilo, Dr. Gustav Schwanhäusser, in Schwanhausen, ein Wohltäter der Gemeinde, beerdigt. Seine Vorfahren sollen im 11./12. Jahrhundert von hier abgewandert sein.




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